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Der Harz

 

Der Harz ist ein SO-NW-gestrecktes (hercynisch streichendes) Horstgebirge mit landschaftlich markantem Nordrand und weniger auffälligem Südrand. Das etwa 90km lange und 30km breite Mittelgebirge steigt an seinem Nordrand steil aus dem jüngeren mesozoischen Deckgebirge auf. Gegenüber seinem nördlichen Vorland wurde der Harz um mehr als 2000m gehoben. Die 500 - 600 m hoch gelegenen Hochflächen des Ober- und Mittelharzes werden vom über 1100m hohen Brockengebiet überragt. Zum Süd- und Ostharz fallen die Hochflächen allmählich ab. Besonders der Nordrand des Harzes ist durch austretende Flußtäler stark zerschnitten. Hier treten die Innerste, Grane, Gose, Oker, Radau, Ecker, Holtemme und Bode vom Harzgebirge in das Vorland aus. Der Harz zeichnet sich durch hohe Niederschlagsmengen aus. Die Niederschlagsmenge liegt bei 1.000 - 1.500 mm/a, im Brockengebiet werden 1.500 - 2.000 mm/a erreicht.

Der Harz verdankt seine Entstehung der Variszischen Geosynklinale und ist somit ein Teilstück des Variszischen Gebirges, das etwa an der Wende Unter/Oberkarbon quer durch das westliche und mittlere Europa gefaltet und gehoben wurde. Wie das Rheinische Schiefergebirge liegt der Harz in der rheno-herzynischen Zone KOSSMATs, die sich zwischen der Subvariszischen Vortiefe und der Mitteldeutschen Kristallinzone erstreckt. Die rheno-herzynische Zone besteht vorwiegend aus silurischen, devonischen und unterkarbonischen Sedimenten. Ein kräftiger basischer bis saurer Vulkanismus ist kennzeichnend. Während des Ordoviziums, Silurs, Devons und Unterkarbons lagerten sich im Gebiet des heutigen Harzes mehrere tausend Meter mächtige, tonige, sandige und kalkige Sedimente ab. Diese Ablagerungen wurden an der Wende Devon/Karbon und im Oberkarbon in SW-NE-streichende (variszisch streichende) Falten gelegt und als Variszisches Gebirge gehoben. Dabei kam es im Gebiet des heutigen Harzes zur Intrusion saurer und basischer Magmatite (Brocken-, Oker und Ramberg-Granit; Harzburger Gabbromassiv). Die Höhen des Variszischen Gebirges zogen sich in einem breiten, landschaftlich sehr differenzierten Gebiet von Südfrankreich über den Schwarzwald, Spessart, das Rheinische Schiefergebirge über das Gebiet des heutigen Harzes nach Osten hin. Die Abtragung zerstörte die Höhenrücken, und Schuttströme zur Zeit des Rotliegenden brachten den Abtragungsschutt in Form roter Konglomerate, Sand- und Schluffsteine in den Niederungen zur Ablagerung (z.B. im Ilfelder und im Meisdorfer Becken). Das so entstandene Rumpfgebirge sank nach fast völliger Einebnung wieder unter den Meeresspiegel. Sedimente des Zechstein und der Trias lagerten sich hier wie in der weiteren Umgebung ab. In der Jura- und Kreidezeit wurde der Harz um einige hundert Meter gehoben und auf das nördliche Vorland aufgeschoben. Es entstand eine Aufrichtungszone, die zur Entstehung einer Schichtrippenlandschaft führte (z.B. "Teufelsmauer" bei Thale). Dieser "Urharz" wurde erneut vollkommen abgetragen und die Landschaft somit eingeebnet. Zu Beginn des Tertiärs war damit das paläozoische Grundgebirge wieder freigelegt. Überragt wurde das ebene Grundgebirgstiefland von einzelnen Bergkuppen wie dem heutigen Brocken, dem Ramberg und dem Auerberg. Im späten Tertiär erfolgte eine erneute Heraushebung des Harzes um mehrere hundert Meter und es entstand das heutige Mittelgebirge.

 

Blick vom Brocken auf Wernigerode

Blick über die Teufelsmauer nordöstlich Thale, dem Relikt einer Schichtrippe aus kreidezeitlichem Sandstein, auf die Rumpffläche des Mittelharzes.

Blick auf den Brocken

     

Blick vom Brocken über den Oberharz auf das nördliche Harzvorland

Okertal

Blick ins Bodetal von der Roßtrappe

     

 
Blick vom Brocken über den Wurmberg und den Oberharz in das westliche Harzvorland Blick vom Kohnstein im südlichen Harzvorland über Niedersachswerfen auf den Mittelharz  

 

Literatur

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